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Buon Giorno, Serenissima!

Schaumgeborene Schönheit

Venedig – einzigartig unter den Städten der Welt

Ja, es gibt viele schöne, interessante Städte und irgendwo sind sie auch alle einzigartig, aber die Einzigartigkeit der Lagunenstadt erreicht keine andere. Venedig, das ist nicht nur Marco Polo, Casanova oder der Carneval, nein, es ist viel, viel mehr. Venedig, das ist Leben, Liebe, Freude und Augenweide. Es ist natürlich der Markusplatz mit seiner einmaligen Architektur, es ist natürlich die Rialtobrücke mit seiner meisterhaften Konstruktion, es sind die Kanäle, die Kirchen, die Paläste, die Gassen und vieles mehr.

Tatsächlich sehr viel mehr!

 

Vielleicht gelingt es mir, Ihnen davon zu erzählen, denn es ist leicht und schwierig zugleich. Leicht, weil es unglaublich viel zu erzählen gibt und schwer, weil Worte nur ungenügend die Sicht auf die Dinge wiedergeben. Venedig muss man sehen, in sich aufnehmen, erleben. Und das tat ich wieder einmal mit Mayer-Hohentwiel-Reisen, was nicht nur äußerst bequem, sondern gleichermaßen auch perfekt organisiert war.

 

Von Punta Sabione fuhr das Zubringerschiff uns durch die Lagune, die übrigens nicht nur Venedig und die Nachbarinseln umfasst, sondern eine Länge von rund 100 km besitzt. Es ist ein schönes Erlebnis, die Lagunenstadt per Schiff so zu erreichen, wie sie seit über tausend Jahren ausschließlich erreicht werden konnte. Kaiser, Könige, Dogen, Heerführer, kühne Seefahrer und alle, die Rang und Namen hatten, ebenso wie jene, die keinen hatten, sie alle sahen wie ich die Türme der Stadt in der morgendlichen Sonne langsam, beinahe majestätisch auf sich zukommen.

 

Das Schiff legte an den Landungsbrücken nahe des St. Markus-Platzes an. Wer die Einsamkeit liebt, muss allerdings in der Dogenstadt vorübergehend davon Abschied nehmen. Die Stadt, vor allen Dingen an seinen berühmten Plätzen, ist dafür bestens geeignet, die Menschen ganz nebenbei zu studieren. Es fehlt keine Nationalität, keine Charakterart, auch nicht die Schönen oder die besonders Schönen.

 

Wenngleich es insgesamt von Allem etwas weniger sein dürfte, aber das kann man von einem solchen Anziehungspunkt nicht erwarten. Positiv daran ist, wie viel interessante Menschen so ganz nebenbei das Auge erfreuen. Der Weg führt vorbei an der Seufzerbrücke, die ihren Namen von den seufzenden Gefangenen bekam, die über diese Brücke zu ihren Richtern geführt wurden.

 

Der Dogenpalast, obwohl von massivem Volumen, scheint bestrahlt von einer heiteren Sonne, beinahe zu schweben. Das marmorne Meisterwerk mit seinen filigranen, kunstvoll individuell verzierten Säulen ist von großer architektonischer und geschichtlicher Bedeutung, ein Buch könnte darüber geschrieben werden. Dann der Platz, den Napoleon den schönsten Platz der Welt nannte, und obwohl dieser Herr zum Größenwahn neigte, ist es unmöglich, ihm zu widersprechen. Die Augen gehen dem über, der Augen für Schönheit und Einzigartigkeit hat. Der byzantinische St. Markus-Dom, der hochstrebende Campanile, der Glockenturm mit seinen Mohren, die umfassenden, säulenbewehrten, marmornen Prachtbauten und auch der Platz in seiner eleganten Größe. Unglaublich, welche Geschichten sich hier abgespielt haben, welche Persönlichkeiten hier staunend anwesend waren, ebenso wie wir, die heutigen Besucher. Viele Tage braucht es, alle Schönheiten in den prachtvollen Gebäuden zu erkunden. Ein besonderes Spektakel ist angesagt: Die alljährliche Regatta der antiken Prachtboote auf dem Canale Grande.

 

In der Nähe der Rialto Brücke findet sich ein angenehmer Platz. Bei einem guten Essen lassen sich die mittelalterlichen Prachtboote mit ihren in alten Trachten gehüllten Besatzungen bestens bestaunen. Als Venedig noch eine mächtige Metropole war, versenkte der Doge bei solch einer Regatta einen goldenen Ring, als Zeichen für die Verlobung der Stadt mit dem Meer.

 

Es gäbe noch unendlich viel zu erzählen. Allein das, was der Besucher an einem Tag sieht und erlebt würde eine Broschüre füllen. Aber der Abend naht und es heißt Adieu zu sagen. Doch kann es einen schöneren Abschied geben?  Langsam versinkt Venezia in der Ferne in den Fluten der Lagune. Hinter ihr, am weiten Horizont, versinkt malerisch die Sonne. Ihre goldenen Strahlen umhüllen die Stadt und auf den ewigen Wassern malt sie goldene Wellen, während der dunkler werdende Himmel sich langsam in traumhaftes Rot und Gold verfärbt. An Bord ist es ruhig geworden.

 

Die Schönheit der Welt hat zur Andacht gerufen. Addio Venezia, du schaumgeborene.                                                                                                                SEHMOTIV

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